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Das Moor als Kohlenstoffspeicher

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Moore wachsen jährlich ca. 1mm durch abgestorbenes Pflanzenmaterial, das nicht vollständig zersetzt wird. Mit dem organischen Material wird auch der Kohlenstoff festgelegt und es entstehen riesige Speicher. Wachsende Moore werden als Kohlenstoffsenke bezeichnet und gelten als effektivste Ökosysteme in der Kohlenstoffspeicherung. Jährlich werden weltweit bis zu 250 Mio. t CO2 in torfbildenden Mooren festgesetzt. Das entspricht ca. dem CO2-Reduktionsziel von 21% weniger Treibhausgasausstoß bis 2012 gegenüber 1990, zu dem sich Deutschland unter dem Kyoto-Protokoll verpflichtet hat.

 

 

In Mooren lagert doppelt so viel Kohlenstoff wie in allen Wäldern der Welt. In einer

15cm mächtigen Torfschicht in Deutschland befindet sich auf gleicher Fläche etwa

so viel Kohlenstoff wie in einem 100jährigen Wald. Geht in einem Moor dieTorf-

mächtigkeit um 1m zurück, müsste zum Ausgleich das 6fache an Fläche

aufgeforstet werden und 100 Jahre ungestört wachsen. Weltweit sind nur 3% der

Landfläche mit Mooren bedeckt, in denen jedoch 30% des terrestrischen

Kohlenstoffs gebunden sind. Langfristig wurde so viel Kohlenstoff in den Mooren

gespeichert,dass sie eine klimakühlende Wirkung hatten.

   roter see bei glowe_05062010_fhennek 31

 

Seit Jahrmillionen existiert ein stabiles Verhältnis der chemischen Reaktionen zwischen Lebewesen und ihrer Umwelt. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre war konstant. In jüngster Zeit jedoch beeinflusst der Mensch den Kohlenstoffzyklus enorm. Fossile Brennstoffe werden zur Energiegewinnung verbrannt und Wälder werden abgeholzt. Dabei gelangt der gebundene Kohlenstoff nach der Verbrennung in Form von CO2 in die Luft. Der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre wächst dadurch stetig. Diese Anreicherung führt letztlich zum sogenannten Treibhauseffekt und zur Veränderung des Klimas. Der schädliche CO2-Kreislauf beginnt mit der Freisetzung der klimaschädlichen Treibhausgase, die sich in der Atmosphäre anreichern. Die Sonnenstrahlen, die auf die Erde treffen, erwärmen diese. Die entstehende Wärme jedoch kann durch die angereicherte Atmosphäre nicht mehr entweichen, woraus eine stetige Erderwärmung resultiert. Die Folge dessen sind die bekannten Auswirkungen des Klimawandels.

 

 

Den größten Anteil an Emissionen aus Moorzerstörung in Deutschland tragen mit 84% die Land- und Forstwirtschaft. Aus extensiv genutzten Mooren stammen 9% und aus der industriellen Abtorfung 7% . Allein durch die Nutzung der Moore als Acker und Grünland werden ca. 37 Mio. t CO2-Äquivalente pro Jahr emittiert. Auch die anhaltende Verwendung von Torf als Hauptbestandteil in Garten- und Blumenerden zerstört die Moore. Bei vollständigem Ersatz von Torf in Gartenerden und dem Stop der industriellen Abtorfung würden allein in Deutschland jährlich über 1,7 Mio. t CO2-Äquivalente pro Jahr vermieden.